Über meine Herkunft kann ich leider nur mutmaßen. Ich bin in gewissem Sinne Produkt meiner eigenen Phantasie.

Der Weg aus der Krise - Ansatz einer Lösung

Anfangs wollte ich einen Artikel unter dem Titel „Geld als Machtinstrument“ schreiben. Doch was wäre daran neu? Wer zweifelt heute schon daran, daß Geld gleichzeitig Macht bedeutet?

Es gibt inzwischen sogar Strömungen wie die des Debitismus, die das Geld ausschließlich als Machtinstrument – sprich als Abhängigkeitssystem – betrachten und ihm seine Rolle als Tauschmittel gänzlich absprechen. Ohne im Detail darauf einzugehen, möchte ich nun einen anderen Ansatz verfolgen. Ich möchte versuchen, auf einige Tendenzen der Vergangenheit und der Gegenwart – jenseits der Crash-Szenarien – zu schauen, um die Konturen einer Lösung zu erkennen.

Geschichtliche Muster

Geld ist Macht. Nun, es war nicht immer so. Die menschliche Spezies war in ihrer Entwicklung nicht immer auf das Geld fixiert. Zu Zeiten, als Geld im Gesellschaftsleben keine oder nur eine geringere Rolle spielte, gab es Bestrebungen, andere Ressourcen zu beherrschen, die damals begehrenswerter erschienen. Dazu zählte zu einer Zeit persönliche Freiheit. Später, mit wachsender Bedeutung der Landwirtschaft und der Siedlungen allgemein, der Boden.

Warum geschah dieser Wechsel? Warum wurde für die Mächtigen eine bestimmte Ressource wichtiger als die anderen? Nun,die Gesellschaft entwickelte ihre Produktionsverhältnisse, und die Herrschaft passte sich dieser Entwicklung an.

Ich gehe bei meinen Überlegungen von der Sichtweise aus, die von Franz Oppenheimer in Bezug auf den Staat formuliert wurde. Er definiert den Staat als einen Gegensatz zu Gesellschaft oder viel mehr Gemeinschaft, dessen Form die Herrschaft und der alleinige Zweck die politische Ausnutzung und wirtschaftliche Ausbeutung der Untertanen ist. (An dieser Stelle sei als Kurzeinstieg sein Buch „Der Staat“, zu empfehlen, das unter anderem als kostenloses PDF-Dokument im Netz verfügbar ist.)

Es würde das Bild der menschlichen Spezies verfälschen, wenn wir sagen würden, daß die Menschheit die Sklaverei in ihrer Urform deshalb aufgegeben hat, weil dieses System Sklaven gegenüber zu grausam war. Es passierte viel mehr deshalb, weil das jeweilige Machtsystem den Produktionsverhältnissen nicht (mehr) entsprach und sie zu sehr einengte. Die Gesellschaft gelangte irgendwann an einen Punkt, an dem mit herkömmlichen Mitteln der Arbeitsteilung keine weitere Produktivitätssteigerung mehr zu erreichen war.

Diese jedoch war notwendig in dem endlosen Wettbewerb der Mächtigen um ihren Reichtum und damit verbundenen Prestige und Macht. Der Konflikt bestand darin, daß dies ohne die Freigabe der zuvor monopolisierten oder beherrschten Ressource nicht mehr möglich war. Das war der berühmte „Flaschenhals“, und dessen Beseitigung war die Bedingung für den Beginn eines neuen Zyklus in der gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Gesellschaft befand sich in einer Krise, die die vorhandene Machtstruktur ins Wanken brachte. Die Eliten begegneten ihr mit dem Versuch, ihre Macht um jeden Preis zu erhalten, sei es mit Intrigen, Lügen oder Geldfälschen – dem, was zu dieser Zeit gerade „In“ war. Die Sklaven – im weitesten Sinne – murrten und veranstalteten gelegentlich Aufstände.

Auch wenn in diesen Prozess große gesellschaftliche Massen involviert waren, kam die Lösung des Konfliktes meist durch eine Individualleistung – sei es seitenseiner Einzelperson oder einer Gruppe. Eine „Masse“ war nie und wird niemals imstande sein, eine Dampfmaschine zu erfinden oder ein Periodensystem der Elemente zu entdecken. Die Erfindungen – die im Sinne der Kondratjew-Theorie den Namen der Schlüsseltechnologien verdienen – werden anfangs immer von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen gemacht. Sie finden insofern die Verbreitung, inwiefern sie im bestehenden Problemfall den beteiligten Parteien – sei es oben oder unten – eine Verbesserung ihrer Situation und damit eine weitere Entwicklungsrunde ermöglichen.

Dieses Muster gilt nicht nur für die Vergangenheit. Schließlich ist mein Artikel der aktuellen Krise gewidmet. Hierzu möchte ich eine Entwicklung aufzeichnen, die garnicht wo weit zurückliegt.

Moderne Tendenzen

Ich bin in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen. Dort gab es eine Partei – DIE Partei. Die Parteizeitung hieß Prawda – was „die Wahrheit“ bedeutet –, und es bestand weitgehend ein gesellschaftlicher Konsens darüber, daß es nur DIE Wahrheit sein konnte. Es gehörte zum allgemeinen Selbstverständnis, daß es Alternativen dazu nicht gab. Würde man mehr davon zulassen, würde es zum Chaos, Verwirrung und Sturz der bestehenden Ordnung führen.

Zu dieser Zeit war die Vorstellung, eigene, insbesondere kritische Meinung irgendwo, und sei es nur in der lokalen Zeitung zu veröffentlichen, undenkbar. Die meisten Menschen lebten mit der tief wurzelnden Überzeugung, daß für die Meinungsbildung und Selektion der Nachrichten nur ausgewählte Menschen mit besonderen Fachkenntnissen geeignet seien. Das tiefe Vertrauen in das gedruckte (und später auch ausgestrahlte) Wort hing fest mit der anerzogenen Vorstellung zusammen, daß eine geheimnisvolle Instanz zuvor die Qualitätsprüfung und den Wahrheitsgehalt eben dieses Wortes geprüft und für gut befunden hatte.

Heute ist es jedoch anders. Heute gibt es Internet. Ich möchte an dieser Stelle nicht darüber spekulieren, welche Nöte den entscheidenden Impuls zur raschen Verbreitung dieser seit langem bekannten Technologie für breite Massen gaben, doch seitdem ist die Vorstellung, eine eigene Website oder einen kritischen Blog ins Leben zu rufen und ohne große Gefahr für Leib und Leben zu betreiben, nicht mehr so abwegig. Man kann sich heute in zahlreichen Foren ausrauschen, auf kritischen Websites informieren, Auftritte von Underground-Bands sowie Interviews mit so ziemlich jedem auf Videoportalen ansehen: Eine Realität, die noch vor zwanzig Jahren unvorstellbar schien.

Was hat sich dadurch verändert? Einiges. Ist dabei Chaos ausgebrochen? Nun, für manche schon. Die klassischen Printmedien haben ihre Pfründe im Anzeigenmarkt eingebüßt. Die Werbebudgets wurden umstrukturiert. Neue Konzerne kamen an die Macht. Die Medienlandschaft hat sich verändert, auch wenn lange nicht so radikal, wie manch einer es sich wünscht. Alles in allem sorgte diese Technologie für gesellschaftlichen Fortschritt. Sie hat einen Boom ausgelöst und in fast allen Bereichen für einige Jahre rasanter Entwicklung gesorgt. Sie hat den Prozess der Meinungsbildung verändert und Strukturen entstehen lassen, die die meisten Menschen heute nicht mehr missen wollen.

Es gibt jedoch noch immer einen wichtigen Bereich, den diese Technologie nicht im gleichen Maße verändert hatte wie die anderen. Er wird von Vorstellungen geprägt, die heute fast genauso archaisch sind wie zu Zeiten des aktiven Baus des Kommunismus.

In diesem Bereich herrscht die Meinung, daß es nur eine Instanz geben kann, die für Ausgabe gewisser Druckerzeugnisse und ihres digitalen Equivalents sorgt. Sie allein kann entscheiden, wann und wieviel davon sie der Allgemeinheit zukommen läßt. Sie kann es, weil ihr das Wissen ganz besonders qualifizierter Menschen mit sehr speziellen Fachkenntnissen zur Verfügung steht. Nur sie können die Qualität der getroffenen Entscheidungen sichern. Gäbe es diese Instanz nicht, würde es zur Verwirrung, Chaos und Sturz gesellschaftlicher Ordnung führen.

Kommt es uns nicht irgendwie bekannt vor? Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine spezielle Wahrheit. Nein, es handelt sich dabei nur um Geld, dessen Fluß von einer Zentralbank geleitet wird.

Um an den Anfang dieses Artikels anzuknüpfen: Dieser Bereich – Geld und Finanzen – stellt heute den Flaschenhals der gesellschaftlichen Entwicklung dar, und es gilt, mit Hilfe einer neuen Erfindung diesen Engpass zu überwinden. Es ist nicht das Geld selbst, das sich überlebt hat. Nicht das Geld als Tauschmittel, sondern das Geld als Machtinstrument – sprich das Geldmonopol – gehört ersetzt, um der Gesellschaft zu ermöglichen, auf die nächste Stufe ihrer Evolution zu steigen.

Lösungsansätze

Es gibt heute einzelne Stimmen, die hierzu bereits Lösungen anbieten. Chefökonom Deutschland von Barclays Capital Thorsten Polleit schlägt beispielsweise in seinem Artikel „Das Aufschieben der Krise" vom 17. Dezember 2008 vor, im ersten Schritt „die Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken mit einem festen Umtauschverhältnis an das Gold anzubinden, das noch in den Kellern der Zentralbanken lagert, und gleichzeitig wäre Geldhaltern das Recht einzuräumen, ihre Bankguthaben jederzeit in Gold umtauschen zu können.“

In einem zweiten Schritt schlägt er vor, das Banksystem zu privatisieren oder, wie er sagt, es in ein System des 'Free Banking' zu entlassen. Er schreibt weiter dazu: „Geschäftsbanken könnten wie bisher auch Geldhaltern Einlagen anbieten und Kredite gewähren. Geldverwender würden den Wechsel vermutlich gar nicht spüren. Sie könnten wie bisher etwa über Bargeld verfügen (in Form von Depositenscheinen), Schecks ausschreiben, Kreditkarten verwenden und Internet-Bankingbetreiben. Banken könnten fortan jedoch die Geldmenge nicht mehr ausweiten, wenn sie Kredite gewähren. Denn vermutlich würde der Marktstandard für gutes Geld, wie in früheren Epochen auch, eine durch Gold und/oder Silber gedeckte Währung sein.“

Auch wenn das im Ansatz nicht falsch ist, fehlt hier immer noch die Antwort auf Frage, wie das zu bewerkstelligen sei oder viel mehr, wer das alles in Angriff nehmen soll? Wer soll die verfügbare Geldmenge an das vorhandene Gold binden? Wer soll entscheiden, wie fest oder dauerhaft diese Bindung sein wird? Wer entläßt das Banksystem ins „Free Banking“? Wieder die Spezialisten einer geheimnisvollen Instanz? Warum sollten sie es tun? Wo ist die Garantie, daß die Geschichte sich nicht wiederholt? Man darf nicht vergessen, daß noch vor 100 Jahren die Währungen der Industriestaaten weitgehend durch Gold- bzw. Silber gedeckt waren. Mit der Bindung unseres Papiergeldes an Gold stünden wir heute da, wo wir vor 100 Jahren schon einmal waren.

Vor hundert Jahren waren allerdings Gold- und Silbermünzen noch physisch im Umlauf. Beim Modell von Thorsten Polleit geht es von Anfang an nur um Akzeptanz von Forderungen auf eingelagertes Gold. Man kommt nicht sofort auf die Idee zu fragen, von wem es eingelagert wurde und wo eigentlich? Das Jahrhundert des Papiergeldes hat die Sensibilität in diesem Bereich eindeutig verwischt. Dieses Lagerhaus müßte diesmal ziemlich transparent sein, um das Vertrauen in sein Geschäftsmodell zu gewinnen. Und wenn wir schon von vornherein Forderungen auf ein Gut akzeptieren, wieso muß es dann unbedingt Edelmetall sein?

Die Lösung in diesem Bereich sollte meiner Meinung nach viel mehr damit beginnen, sich von der Vorstellung des Geldmonopols, sei es seitens des Staates oder einer Privatinstitution, generell zu lösen. Die Erkenntnis, daß grundsätzlich jede Person – juristisch wie privat – Geld herausgeben kann, wäre der gleiche geistige Sprung, der viele ehemalige Konsumenten staatlicher Einheitsmeinung zu Lesern kritischer Blogs machte. Der Emittent müßte sein Geld nur glaubwürdig mit einer Ware oder Dienstleistung unterlegen und den Beweis dafür plausibel und transparent für alle Interessierten sichtbar machen. Seine Akzeptanz würde primär davon abhängen, wie gut er diese Aufgabe meistert.

Dieses Prinzip möchte ich etwas näher am Beispiel eines Unternehmens wie dem Eisenbahnbetrieb erklären. Im neuen System könnte die Bahn ihre eigenen Zahlungsmittel ausgeben, die beispielsweise mit dem Wert eines von einer Person gefahrenen Bahn-Kilometers oder eines beförderten Tonnen-Kilometers unterlegt wären. Das wären im Grunde genommen Gutscheine, die sowohl zumTausch zwischen anderen Personen als auch zum Erwerb der Bahn-Tickets oder direkt als Fahrschein fungieren könnten. Eine wichtige Eigenschaft solcher Zahlungsmittel wäre, daß das herausgegebene Geld – in diesem Beispiel Gutscheine für gefahrene Bahn-Kilometer – nach der Benutzung verschwinden würde. Das heißt, die Geldmenge würde nicht unendlich steigen. Würden die Menschen merken, daß die Bahn mehr Gutscheine ausgibt, als sie je mit ihrer Leistung abdecken kann, würden sie aufhören, diese weiter als Zahlungsmittel zu akzeptieren und auf Gutscheine anderer Anbieter ausweichen. Mit der Zeit würde sich auf dem Markt ein ausgeglichenes Preis- und Umtauschsystem entwickeln.

Mögliche Einwände zu Schwierigkeiten wegen Unübersichtlichkeit und Handhabung solcher Gutscheine wären sofort entkräftet, wenn wir uns vorstellen würden, daß der Umgang damit digital gesteuert wäre – ähnlich der Ordnung von Bildern oder MP3-Dateien, die heute fast jeder beherrscht.

Man könnte natürlich fragen: Was unterscheidet dieses System so grundsätzlich von einem mit Gold unterlegter Währung? Nun, zum einen eben die Möglichkeit, daß mehr als nur Gold bzw. ein einziges Gut als Wertmaß für viele Dinge fungieren würde. Den Preis für ein einziges Gut kann man leicht manipulieren, bei mehreren ist das ungleich schwieriger. Außerdem – und das ist viel wichtiger – gäbe es mehr als nur eine einzige festgelegte Instanz, die das Recht dazu hätte, Geld zu emittieren. Das würde automatisch dazu führen, daß zwischen Geldanbietern endlich Wettbewerb möglich wäre.

Ein Blick in die Zukunft

Versuchen wir nun, uns die Zukunft mit einem solchen Finanzsystem vorzustellen. Wer wird darin das Recht haben, das eigene Geld auszugeben? Nun, grundsätzlich jeder, ähnlich der Möglichkeit, eine eigene Website zu erstellen. Mit Hilfe der Computer und des Internets würden sich umfangreiche Dienstleistungen zur Transparenz und zum Vergleich aller Geldanbieter entwickeln. Auch wenn bei weitem nicht jeder das machen (können) wird, wichtig ist, daß jeder im Prinzip dazu die Möglichkeit hätte.

Es wird ohne Zweifel auch unsichere Emittenten geben, und manch einer würde seine in einer solchen Währung angelegten Ansprüche gelegentlich verlieren. Aber das wären wegen der unvermeidlichen Streuung vergleichsweise kleine Verluste. Niemand behauptet, daß man in einem neuen Finanzsystem keinen Hausverstandmehr braucht. Auf der anderen Seite wäre es eine interessante Spielwiese für Investoren: eine mit sehr vielen Möglichkeiten.

Und nun die wichtigste Frage: Wer soll dann dieses sich anbahnende Chaos nun regulieren? Manche würden jetzt sagen: "Wenn wir schon mit einer einzigen Leitwährung eine verheerende Finanzkrise haben, was wird erst passieren, wenn jeder sein eigenes Geld ausgeben wird?"

Die Antwort ist so alt wie die Menschheit selbst. Es wird die vielzitierte unsichtbare Hand des Marktes sein, die, ihrer Fesseln entledigt, endlich wird „durchregieren“ können. Sie wird die Spreu von Weizen trennen, wobei am Ende sich die Währungen bzw. Geldanbieter mit den besten Konditionen für ihre Kunden durchsetzen werden.

Natürlich ist es erst eine Skizze, der Ansatzeiner Lösung eben. Aber sie hilft hoffentlich, die Richtung zu erkennen, in der man nach einer Lösung suchen könnte.

Welche weitere Tendenzen lassen sich aufgrunddieses Szenarios erkennen?

Die naheliegende Erkenntnis ist, daß der Nationalstaat in seiner heutigen Form an Bedeutung sukzessive verlieren wird. Ein bestimmtes Territorium wird nicht mehr dafür entscheidend sein, welche Gesetze darauf gelten. Die Unterteilung in territoriale Einheiten wird tendenziell auf einer viel kleineren, lokalen Ebene erfolgen.

Die Möglichkeit der Staaten sich zu verschulden wird aufgrund schwindender Territorialmacht schnell abnehmen. Der Einfluß von Unternehmen, die fähig sein werden, stabile Zahlungsmittel auszugeben, wird tendenziell wachsen. Da die neuen Zahlungsmittel aufgrund ihres „fließenden“ Charakters die Rolle als Wertaufbewahrungsmittel nicht ausreichend wahrnehmen können, wird diese Funktion durch andere Mittel wie Edelmetalle, Beteiligungen, andere Investments, aber auch durch bestimmte Formen gesellschaftlichen Engagements übernommen.

Das neue System könnte ohne weiteres parallel zum System der Zentral- und Geschäftsbanken existieren. Insbesondere in der Übergangsphase, wenn die Staaten nach wie vor ihre Steuern und Abgaben in „gesetzlichen“ Zahlungsmitteln verlangen würden. Doch die Rolle dieser Einrichtungen wird ebenfalls schwinden, es sei denn, sie entdecken für sich neue, erfolgversprechendere Tätigkeitsfelder.

Der beschriebene Lösungsansatz bedeutet keineswegs, daß man sich zurücklehnen und das Leben genießen können wird. Man kann versichert sein, daß es genug Bestrebungen geben wird, dieses neue System dem Machtgedanken zu unterwerfen und auch hier nur ein paar „besonders gute, bewährte“ Währungen zuzulassen. Das zeigt der Blick auf die historischen Versuche des Free Banking, die immer wieder durch politische Willkür unterbrochen wurden. Heute, mit neuen technischen Mitteln und mithilfe des Internets wäre es jedoch möglich, es zu schaffen.

Letztlich wird ein weiterer – kritischer – Faktor beim Übergang zum neuen System eine entscheidende Rolle spielen. Dieser ist die Chance und Herausforderung zugleich. Es wird keine Zentralbank, keine besondere Instanz, kein Zaubereiministerium und keine „gute“ Regierung geben, die sich darum kümmern werden. Das Neue muß diesmal aus der Mitte der Gesellschaft kommen, wenn sie sich auf die nächste Stufe der Entwicklung erheben will. Wie wir wissen, sind dafür keine großen Massen erforderlich. Persönliches Engagement Einzelner oder kleiner Gruppen dürfte genügen.

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Eine Variante dieses Artikels wurde am 28.02.2010 auf hartgeld.com veröffentlicht.

Kommentare zu dieser Seite

Oliver Bartz meinte am 12.12.2010 um 14:18:

Die mögliche Lösung Fei Lun:

Die Befreiung vom Geld

1. Fei Lun – das fliegende Rad - das älteste Währungssystem der Welt. Eine Währung ohne Geld - Dezentralisiert - Jeder kreiert zinsfreien Kredit für Jedermann Gemäß Prof. KURODA Akinobu (Oriental Culture, University of Tokyo) gibt es bis heute keine ernstzunehmende akademische Arbeit – weder von Historikern noch von Ökonomen - welche erfolgreich die asiatischen Währungssysteme erforscht und verglichen hat. Nur unzureichend wurde analysiert was die treibenden Motive für die substitutiven und komplementären Währungssysteme waren. Einig sind sich alle Forscher, dass in China vor 9000-11000 Jahren, Rinder - die Wertebasis für allen Handel darstellten. Daraus resultierte jedoch kein Tauschhandel - wie oft verkannt, sondern ein Kreditsystem. Wer Rinder, d.h. Güter hatte, war kreditwürdig.

China entwickelte sich nicht vertikal sondern horizontal, über eine Vielfalt autonomer landwirtschaftlicher Märkte, mit eigenen Währungssystemen, die alle kreditbasiert funktionierten und keine Konvertierung zu komplementären Währungen vorsahen und wünschten. Es war keine Gemeinschaftswährung - sondern ein persönliches Kreditsystem - Jeder für Jeden. Über die Jahrtausende hinweg organisierten sich die unterschiedlichen Klans und Stämme zu einem Staat, der jedoch kein Kreditsystem als Währung betreiben konnte. Es war also ein coexistierendes Wertesystem angesagt, welche sich beide gegenseitig nicht ersetzten konnten. Kredit kann nun mal nie im anonymen funktionieren – sonst verkommt es zu Cash - was übrigens chinesisch ist und die staatlichen Münzen umschreibt.

Dieses Kreditsystem ist bekannt als Fei Lun und geht zurück in die frühe chinesische Geschichte, als das Papier noch nicht einmal erfunden war und mit Kreide angeschrieben wurde. Jeder konnte bei jedem anschreiben lassen und durch Gegenleistungen wieder zinsfrei ausgleichen. Über die Jahrhunderte wurde das System immer weiter verfeinert. So hatte nach der Erfindung des Papiers jeder ein kleines Büchlein, in welchem die Kredite eingetragen wurden – ein System das sich bis in die heutigen Tage gehalten hat. Der Begriff ‚anschreiben lassen‘ stammt offenbar aus einer Zeit, wo auch bei uns auf Schiefertafeln Schulden angeschrieben wurden. Das System ist in fast allen asiatischen Ländern auf dem Land auch heute noch aktiv, wenn gleich die jüngeren Generationen davon nicht mehr viel halten und von den Schulen, Banken und Medien längst auf die moderne anonyme Geldform getrimmt wurden. Das triviale System ist selbst auf dem Internet bis heute kaum dokumentiert und auch Links lassen sich nur schwerlich finden.

Das ‚fliegende Rad‘ System wird im chinesichen ‚Fei Lun‘ genannt und hat ein Logo welches aus einem Speichenrad und Flügel besteht, was frei übersetzt soviel wie ‚frei wie ein Vogel - geschlossener Wirtschaftskreislauf - fair für alle‘ bedeutet. Die 5 Speichen des Rades standen für die 5 chinesischen Elemente. Man kann auch heute noch überall Büchlein kaufen, die auch als 555-Büchlein bekannt sind. 555 bedeutet im Chinesischen soviel wie 50:50 fair für beide Seiten. Die dritte 5 bedeutet absolut fair. D.h. nicht wie beim Gold wo es keine 100%ig absolute Reinheit gibt und deshalb maximal mit 999.5 gestempelt ist. 555 bedeutet deshalb 100% Fairness für beide Seiten. In diese Büchlein trug man seit jeher die gewährten Kredite ein, merkt sie sich bis sie durch Rückzahlung gestrichen wurden und kreiert damit dezentralisiertes, zinsfreies Geld unter dem Volk, ohne die Banken oder den Staat einzuschalten.

Es gibt das Büchlein in 5 verschiedenen Farben die jeweils einem Element zugeordnet sind: die Farben Grün, Rosa, Gelb, Braun, Blau stehen für die chinesischen Elemente Holz, Feuer, Erde, Metal, Wasser -. Die fünf chinesischen Elemente haben wenig mit Stoff und Materie zu tun. Sie entsprechen viel eher den Kräften, die zwischen und in der Materie wirken. Die Geburt ordnet im chinesische Horoskop jedem Menschen einem Element zu, welches über das eigene Verhalten und Zusammenwirken mit anderen Menschen und deren zugeordneten Elementen Auskunft gibt. D.h. die Chinesen lernen durch diese Lehre, Verhaltensmuster unterschiedlicher Menschen bewusst kennen. Um die Wirkung der fünf Elemente für sich und den anderen Menschen richtig interpretieren zu können, darf man sein Wissen allerdings nicht nur auf die Zuordnungen einzelner Lebensbereiche beschränken. Man muss auch die Verhältnisse der fünf Elemente untereinander kennen. Grundsätzlich hält man es in der chinesischen Lehre für wichtig, dass die fünf Elemente - ähnlich wie die Prinzipien Yin und Yang -ein harmonisches Gleichgewicht bilden müssen. So werden die Schuldner in unterschiedlich farbige Büchlein geschrieben was damit auch gewissermaßen die Höhe der Kreditlimite bestimmt.

Jeder macht eben mit unterschiedlichen Element-Menschen unterschiedliche Rückzahlungserfahrungen. Im chinesischen Bereich konnte schon seit altershehr jeder bei jedem anschreiben lassen und zahlte seine Schulden durch Gegenleistungen oder Aufrechnung. Es gab kein Fernsehen welches dem Volk täglich Mord und Totschlag präsentierte und vor jedem Menschen eine Schranke des Misstrauens aufbaute. Im Gegenteil, die Leute lernten dank Fei Lun täglich wie vertrauenswürdig alle sind und dass Verlass aufeinander ist. Es baute eine verlässliche starke Gemeinschaft.

Starb der Schuldner, so war es in der Sippe üblich, ihm seine Schuld zu erlassen, indem man diese Schuldzettel aus dem Büchlein nahm und verbrannte. Starb der Gläubiger, so war es üblich diese Büchlein an die Erben zu übergeben, die vorher genau unterwiesen waren was zu tun sei. Die Regel war; auf Schuldbegleichung zu warten - erfolgte diese nicht, so ließ man sie trotzdem verfallen. Kam der Schuldner am jährlichen Todestag des Gläubigers zur Respektbezeugung bei der Familie vorbei, so wurden ihm in der Regel immer ein weiterer Teil der Schulden erlassen. Reiche Gläubiger erließen in der Regel ihren Schuldnern die Schuld und verbrannten die Schuldscheine alle. Wer trotzdem nicht mehr zur jährlichen Trauerfeier für den verstorbenen Gläubiger teilnahm, zeigte einen schlechten Charakter was ihm in der Gemeinschaft bei weiterer Kreditbeurteilung Minuspunkte einbrachte. Es galt als Verachtung des Vertrauens, welches der Gläubiger dem Schuldner entgegen gebracht hatte.

Der alte Brauch, auch heute noch Papier bei der chinesischen Beerdigung mit zu verbrennen, hat seinen symbolischen Ursprung darin, dass all seine Schuld vergeben und erloschen ist. Um den Ursprung des chinesischen Geldsystems zu verstehen muss man sehr weit zurück gehen. Es wird jedoch schnell klar, dass die Wurzeln des ‚Anschreibens‘ im gegenseitigen Vertrauen liegt und zu allen Zeiten in allen Völkern existierte. Bargeld in Form von Papiergeld hat seine Wurzeln in der Zeit, als China von den Mongolen beherrscht wurde, deren Anführer aus dem Khan Klan von Ashkenazis abstammten. Die Ur-Ashkenazis hingegen galten früher als friedlicher Volksstamm, welcher den durch die islamische Vertreibung der Israeliten im 7. Jahrhundert, diesen Zuflucht gab.

Hier ist möglicherweise eine Verbindung, wie die Funktion von Geld in China durch westliche Geldsysteme damals durch die Khans versucht wurden - aber fehl schlugen. Der Kollaps dieser Geldsysteme erfolgt immer nach demselben Muster siehe Pharaonen, Römer, Mongolen oder der Jetztzeit – die vor lauter Dekadenz und Machtgier über das Geldsystem, das Wohl der Menschheit vergisst und an sich selbst zugrunde geht. China kannte in seiner langen Geschichte neben dem Fei Lun eine Bronzemünze mit einem Loch in der Mitte – den sogenannten ‚Cash‘ von dem der englische Begriff cash abstammt. Diese Münzen waren eigentlich ‘Wertmarken für Regierungsreisende’ und kein Geld. Für cash konnten sie steuerlich absetzbare Leistungen vom Volk fordern, wie z.b. Übernachtung, Spesen, Verpflegung, Pferde und Transport etc. Die ältesten davon bekannten Münzen stammen aus der Qin Dynasty (221—206 B.C.). Im Museum von Shanghai findet man aber auch Münzen aus der Periode der Han (206 B.C.—A.D. 220) und Tang (A.D. 618—907) Dynastie. Cash (Lochmünzen) - gab es in China in jeder Dynastie bis 1911. Einzig in der Sung Dynastie wurden durch die Fremdherrscher (dem jüdischen Kohn oder Khan Klan) zusätzlich Geldnoten emittiert um Gold für ihre Söldner zu beschaffen. Auch in der nachfolgenden Ming Dynastie (A.D. 1368—1644) wurden wieder nur bronzene Lochmünzen geprägt. (legalisierter Diebstahl) Die Löcher in der Mitte dienten in allen Zeiten, den reisenden Händlern und Regierungsbeamten diese auf Schnüre aufzuziehen, um damit ihre Spesen zu bezahlen. Einen guten Überblick über die Münzen der Dynastien zeigt dieser Link http://www.chinahistoryforum.com/lofiversion/index.php/t19308.html. Münzen waren keinesfalls eine Währung für den Wirtschaftskreislauf, welcher zu allen Zeiten in China voll auf Fei Lun basierte. Es wäre unmöglich gewesen, den Währungsbedarf für das Wirtschaftsystem von so vielen Millionen Menschen, mit den kleinen Bronzemarken zu decken, die ansonsten materiell geringwertig waren.

China hat sich zwischen der Tang und Mitte der Sung Dynastie bevölkerungsmäßig mehr als verdreifacht und entwickelte sich nach der mongolischen Besatzung aus der Aristokratie in eine Bürokratie, um die damals rund 100 mio Einwohner systematisch auszuplündern. Als Volkswährung diente zu allen Zeiten Fei Lun - der zinsfreie Kredit, basierend auf Leistungsausgleich unter Menschen – und erforderte keine Geldemittierung durch die Herrscher. Jeder schrieb bei jedem an. Geld in der heutigen Form war nicht bekannt außer den oben erwähnten Reisemünzen. Erst die Fremdbeherrschung in der Sung Dynastie erforderte Geld im heutigen westlichen Sinn. Von Marco Polos Beschreibungen (aus dem späten 13. Jahrhundert) wissen wir wie das Geldsystem unter Kublai Khan funktionierte. Dieser stellte aus gewalkter Maulbeerbaumrinde (einer biologisch nachwachsenden Substanz —) Geldnoten her, die mit seinem Siegel versehen waren und deren Annahmeverweigerung oder Nachahmung mit dem Tod bestraft wurde. Siehe http://mailstar.net/werner-princes-yen.html Der Militärdienst war bis hin zur Sung Dynastie ein Tribut des Volkes an den Kaiser, in der die Klan‘s Kämpfer stellten. Vermutlich verloren die Chinesen deshalb, weil Kämpfer nur immer zu Spannungszeiten - untrainiert - aufgestellt wurden. Spätestens in der Sung Dynastie kamen fremde Söldner dazu, welche – wie der Name ‚Sold‘ schon besagt, Gold und Silberbezahlung forderten, weil dieses Metal auch bei Kriegsverlust in Siegerwährung getauscht werden konnte. Mit der Einführung dieses Soldes entstand eine Nachfrage nach Gold, Silber und Edelsteinen die der fremde Kaiser als Tribut von dem chinesischen Volk einforderte. Er ging laut Marco Polo der Khan regelmäßig auf die Märkte und kaufte alle Bestände mit seinem Papiergeld (gewalkter Maulbeerbaumrinde) auf. Durch Marco Polos Beschreibungen scheint gesichert, dass Papiergeld im 10. Jahrhundert mit den fremden Besatzer der Sung Dynastie eingeführt wurde. Durch den Besitz dieser Banknote – wurde gegenüber dem Anschreibesystem die Schuld anonymisiert.

d.h. beim Anschreiben war der Schuldner klar bekannt. Durch die Weiterreichung der Geldnote wurde die Verschuldung anonymisiert – d.h. wie beim ‚Schwarzer Peter ‘ wer immer die Note mit dem kaiserlichen Siegel bekam, konnte sich durch die Weiterreichung der Note entschulden. Fortan konnte theoretisch durch den Einzug solcher Noten als Steuer - der Wohlstand aus dem Volk abgesaugt werden, der bis dahin als Tribut durch Waren- und Arbeitsleistungen an den fremden Kaiser erfolgte. Doch dieses Steuer/Wohlstandabsaugen war nur begrenzt erfolgreich, weil die Chinesen mit Fei Lun nicht auf Geld angewiesen waren. Da das Volk aber weiterhin den Tribut durch Leistung erbrachte wird klar, dass die Emittierung von diesen Noten nur dem Aufkauf von Edelmetall, Edelsteinen und Schmuck dienten um die Machtposition der fremden Herrscher weiter auszubauen. Beim Volk kamen diese Noten ohnehin nie an.

China war in der Sung und Yuan-Dynastie fremdverwaltet und die Chinesen blieben vom politischen Leben ausgeschlossen und unterlagen sozialer und politischer Diskriminierung. Sie überlebten wirtschaftlich als Staat im Staat nur durch das Fei Lun System, welches für die fremden Herrscher unsichtbar blieb. Die Selbstisolation der herrschenden Klasse führte zu deren Dekadenz und zum Zusammenbruch. Nach Jahrhunderten der Unterjochung gelang den Chinesen die Befreiung und der Neubeginn mit der Ming Dynastie, in der sich das Fei Lun System noch stärker etablierte - ein System, welches letztlich auch unter der Besatzung, den Chinesen ihre Eigenständigkeit sicherte. Mit der Befreiung wurde die Marine abgeschafft und die Armee von Unterjochung auf Verteidigung ausgerichtet. Der Ausbau der Chinesischen Mauer kostete das Land mehr Kraft als die 300 jährige Fremdbesatzung. China hatte keinen Bedarf mehr an fremden Söldnern und somit auch keinen Bedarf an Edelmetall. Als der Leistungsaustausch auch über die Grenzen des großen Landes statt fand, war es bis ins 16. Jahrhundert nicht unüblich diese Schuld auch durch Sklaven abarbeiten zu lassen. Geld im Sinn von Banknoten, war für das gemeine Volk nie von Bedeutung. Die Banknoten des Kaisers kauften zwar zu Marco Polos Zeiten regelmäßig Volksleistung wie Edelmetalle – Perlen – Schmuck – etc. auf. Dadurch floss zwar ‚Geld‘ - doch nicht unters Volk, welches aber seinen Tribut immer durch Leistung bezahlte. Die Noten blieben vermutlich bei den Händlern stecken – weil ‚Fei Lun‘ stärker war und keiner seine Leistungen gegen Papier tauschen wollte. Möglicherweise waren auch die Werte der Noten so hoch, dass diese ‚Noten‘ vermutlich nur für die reichen Händler und deren Transaktionen in fernen Gebieten zum Schuldausgleich einen Wert hatten oder einfach an den Staat als Tribut zurück flossen. Schließlich musste der Umlauf der Noten bei Annahmeverweigerung mit der Todesstrafe erzwungen werden. Das alleine sagt schon einiges aus. Details sind keine dokumentiert, es ist aber möglich, dass die Sippe für den Annahmeverlust aufkam und damit gemeinsam ihre Steuern entrichteten. Der Staat konnte sein eigenes Geld ja nicht ablehnen.

In kleinen Sippen funktioniert das Anschreibesystem nach wie vor und hielt sich überall in Südostasien bis in das 20. Jahrhundert. Das Schuldbüchlein gab es nie in Form von losen Seiten, denn das hätte dem heutigen Bargeld entsprochen. In dem Schuldenbüchlein wurden Leistungen angeschrieben die man irgendwann in der Zukunft mit eigenem Leistungsbezug oder Rückzahlung verrechnet hat. Wären es lose Seiten gewesen hätte man sie wie Geld getauscht und dann auch in Zeiten in denen die Güter knapp waren, zu anderen Preise gegen mehr Geldscheine verrechnen können. Da es aber angeschrieben wurde, blieb der Preis jahraus jahrein immer derselbe. Es war eben ein Leistungspreis und kein Warenpreis und konnte somit nicht inflationieren. Erst nach dem 17. Jahrhundert als ‚auserwählte‘ Händler aus Europa kamen, entstanden immer mehr Warenpreise die abgeleistet werden mussten und die erzwangen dann den Sklavenhandel. D.h. Leibeigene lebten im Haus und waren bis dahin Teil der Familie die unentgeltlich arbeiteten, doch Sklaven wurden in fremde Häuser zur Abarbeitung von bezogenen Leistungen und Waren beschäftigt, ohne dass sie dort Teil der Familie mit Altersversorgungsanspruch waren. In der Ming Dynastie unter dem Fei Lun System erlebte China seinen höchsten Wohlstand. Da der Wohlstand nicht mehr durch die Fremdherrschaft abgesaugt wurde, blieb dieser im Land und stimulierte die autonomen Wirtschaftsmärkte. Die erhöhten Transaktionen in den verschiedenen Märkten verkomplizierten das Verhältnis zu den komplementären Geldsystemen. Der Handel mit Europa kam nur mühsam in Gang. Zwar wollten die Europäer Güter wie Tee und Porzellan, doch hatten sie nur wenig zum handeln anzubieten das für die Chinesen begehrlich war. Erst als der Handel im 17. und 18. Jahrhundert im größeren Stil mit Übersee begann, bestanden die ‚auserwählten‘ Europäer! darauf, diesen Handel durch Silber auszugleichen. Sie lieferten nur noch westliche Waren gegen Silber.

Silber hatte für China nur einen Wert zum Handel mit Japan oder Kauf von Waren aus westlichen Ländern. Für das Fei Lun war es wertlos, denn man konnte es weder Essen noch sonst verwenden. China hatte kein Silber und kannte es auch bis zur Sung Dynastie nicht. Nun lieferte es also Tee und Porzellan für Silber, mit dem es überseeische Waren importierte. Zunehmend wurde durch Silberbezahlung die Nachfrage nach Sklaven angekurbelt, weil die meist jüdischen ‚auserwählten‘ Kolonialhändler diese zum Silberabbau in Amerika benötigten. Die Silberbeschaffung war jedoch keineswegs befriedigend und so wurde der gesamte Chinahandel durch David Sassoon nach 1829 sukzessive statt Silber auf Opium umgestellt. (Siehe Beitrag (3) „Hong Kong und die Sassoon Opium Kriege“) Trotzdem prägten die Chinesen eifrig Silberdollars unter der Daoguang Regentschaft (A.D. 1821—1850) der Qing Dynastie und münzten Silber/Kupfer Münzen unter der Guangxu Regentschaft (A.D. 1875—1908) der Qing Dynastie.

Durch die Steigerung der Opiumsuchtnachfrage nach dem Abkommen von Nanking 1842 waren die Chinesen bereit alles zu liefern was die ‚auserwählten Europäer‘ an Waren wollten. Untereinander verrechneten die Chinesen im fernen Asien bis Ende des 20. Jahrhundert alles über das Büchlein, das moderne Anschreibeverfahren funktioniert nun via passwortgeschütztem Login und per SMS und gilt deshalb bei vielen jüngeren als modern und wird wie alle zinsfreien Systeme populärer. Ob die heutige Generation für ein zentralistisch geführtes virtuelles System vertrauenswürdig ist, mag in Anbetracht der steigenden Kriminalität – die durch den Konsumerismus angetrieben wird - bezweifelt werden. Kublai Khans Nachfolger hätte es leicht gehabt die Chinesen wirtschaftlich zu ruinieren, hätten sie einen solchen zentralen Zugang zum Fei Lun gehabt.

Die Macht des Fei Lun Systems der Vergangenheit, lag in der dezentralen unsichtbaren Kreditbereitstellung durch Jedermann an Jedermann. Es erübrigte Geld und weil es voll auf Leistung basierte - und so erübrigte es auch die Steuer. Auch der Kaiser erhielt seinen Tribut durch Leistung. Jeder war bemüht, Jedermann ordentliche Leistung bereit zu stellen und diese bis zum Ausgleich zinsfrei zu stunden. Da Streithähne zunächst beide bis zur Klärung eingesperrt wurden, waren beide Seiten immer bemüht Differenzen friedlich beizulegen. Auch waren beide immer an weiterer Kreditwürdigkeit in der Gemeinschaft interessiert. In den 60 Jahren von 1911 – 1971 wurde China und das Fei Lun System ruiniert, denn selbst Straßenhandel und Privatanpflanzungen wurden von den Kommunisten untersagt. Fei Lun lebte weiter in ganz Südostasien und wo immer sich die Chinesen nieder ließen. Das moderne China hingegen kreiert wieder Geld zentral. Es ist auf die westliche Geldkonzeption - jedoch ohne Grundpfand - eingeschwenkt und lässt mangels Eigentum, das Geld an Unternehmen reichlich fließen. Jedes förderungswürdige Projekt bekommt Kredit. Besonders begünstigt werden Joint Ventures bei denen ausländische Minderheitspartner mehr Geld einbringen als zur fraktionalen Geldkreierung im Westen erforderlich wäre und dazu unbezahlbares Knowhow. China war nie in seiner 12.000 jährigen Geschichte verschuldet und überholt deshalb auch heute alle westlichen Länder. Das Volk hatte jedoch unter dem Fei Lun mehr Macht und Wohlstand.

Das ideale Geldsystem wäre wohl ein Kreditsystem wie Fei Lun gepaart mit dem Wechselsystem. D.h. ein persönliches Kreditsystem welches die menschliche Bindung und Verpflichtung fördert, sowie ein kommunales Kreditsystem welches gemeinnützige, förderungswürdige Investitionen ermöglicht - aber dezentral gehandhabt wird. In jedem Fall liegt die gemeinnützige Legitimation eines Systems in der Dezentralisierung der Kreditgeldkreierung statt der heutigen Schuldgeldkreierung in der Geld immer eine anonyme Verschuldung bedeutet, von der jeder immer mehr will, weil er sich dadurch nicht persönlich verschulden muss. Geld ohne Schuld ist einfach nicht möglich. Die Lösung heißt, wir brauchen kein schlechtes Geldsystem sondern ein gutes Kreditsystem. Fei Lun lässt sich übrigens sofort von jedem implementieren. Kaufen sie ab sofort möglichst nur noch Leistungen auf Gegenleistungsbasis ein. Sparen sie sich Steuern. Ein Schuldbüchlein gibt es bei jedem Schreibwarenhändler und bei Bedarf können Sie sich sogar ein original 555-Büchlein auf dem Internet beschaffen. http://tanenghong.com/product/pro_intro.asp?cat=5#pro Wo man auch das Logo des Flying Wheels sieht. Die Chinesen schafften es fast 12.000 Jahre ohne Geld! Diese Tatsache ist sensationell und drum wird sie bei uns im Westen verschleiert. Lesen Sie den Artikel nochmals. Denken Sie sich hinein, alle heutigen Kredit und Bargeschäfte liefen damals über Fei Lun. Dann überlegen Sie sich, was Sie davon abhält, dieses Fei Lun auch zu übernehmen, man braucht dazu keine Organisation - jeder kann jedem sofort Kredit einräumen. Kaufen Sie nur noch dort ein wo Sie Kredit bekommen und diesen mit Leistung ausgleichen können. Wir sind zwar im Industriezeitalter durch die Arbeitsteilung oft nicht mehr in der Lage ganzheitliche Leistungen abzuliefern, doch gilt es diese Fähigkeiten wieder zu erlernen wenn wir uns aus den Abhängigkeiten befreien wollen. Leistung als ganzes macht Spass!

Persönlicher Kredit funktioniert immer zwischen zwei Personen, welche die Regeln bestimmen.

Wer sich nicht an die Vereinbarungen hält, verliert Gesicht in der Gemeinschaft - und damit Kreditwürdigkeit bei allen. (Ähnlich wie bei EBAY)

Wie gesagt es sind 5 verschiedene Büchlein (je nach Charaktereigenschaften oder anderen Kriterien, bleib jedem selber überlassen.

Wie ich meine Büchlein führe, würde ich mir von niemandem vorschreiben lassen und wenn man eines verliert, so hat ja der Schuldner noch sein Büchlein und wird die Schuld ohne Anmahnung bezahlen, denn er will ja auch in Zukunft in meinem 1. Büchlein stehen (gute Schuldner).

Fei Lun' funktioniert seit 12.000 Jahren immer noch, vor allem in Südostasien. In unserer Kindheit war Anschreiben in Deutschland auch üblich, leider funktionierte es über Geld statt Leistungsausgleich.

Mit ein Grund weshalb es auch heute nur noch selten mit dem Anschreiben klappt ist weil die Gesellschaft permanent weiter anonymisiert - und gegeneinander misstrauisch gemacht wird.

Anregungen und weitere Vorschläge erwünscht!!!!!!!!!!!!

Liebe Grüße Oliver Bartz

wow wow meinte am 14.12.2010 um 22:29:

Wow ! Das wußte ich alles noch nicht ! Das ist ja einfach GEIL !

Das müßte man bekannt machen !

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hab das buch am wochenende durchgelesen - bin sehr beeindruckt! wunderbare wort- und bildgewaltige und vor allem aufgrund der überraschenden wendungen fesselnde geschichte ist dir gelungen, für bestes 'kino im kopf'!
Ein geistreiches Buch. Ich habe an vielen Stellen laut gelacht. Globis Ausdrucksweise mit ihrem einmalig trockenen Humor ist einfach herrlich!
Eine schöne Geschichte mit Bezügen zum modernen Geldsystem

Ein paar Zitate

Durch nichts auf der Welt ließe ich mich von dieser Flüssigkeit abbringen, die in sich all die wunderbaren Attribute vereinte, die einen glücklich machen: magisch, dunkel, geheimnisvoll, berauschend...
Thüringer Trolle sind von Natur aus so träge und steif, daß das Wort "bücken" in ihrem Wortschatz fehlt.
Herb lebte in einer dieser herrlichen, nostalgisch anmutenden Jugendstil-Villen am Fuße des Gaisbergs, bei deren Anblick man sich oft fragt, wie es wohl sein mag, darin zu wohnen, und was man verkaufen müßte, um sich das zu leisten...
Das Leben ist ein einziges Geben und Beschissenwerden.
Sie standen da wie eine Menschenschlange vor einer bankrotten Bank, voller Unmut über ihre Lage, unfähig, etwas dagegen zu unternehmen, und noch immer gefangen in unbeirrbarer Hoffnung, daß jemand, der es besser weiß, es zu ihrem Wohl richten wird.
Ich habe mich oft gefragt, welcher Natur die Beziehung meines Volkes zu den Trollen war: Lebten unsere zwei Völker in Symbiose, oder war eins davon ein Parasit?