Über meine Herkunft kann ich leider nur mutmaßen. Ich bin in gewissem Sinne Produkt meiner eigenen Phantasie.

Einblicke

Das Schreiben ist nur ein Teil meines Lebens. Darin kommen viele Bereiche, an denen ich im einzelnen arbeite, zusammen. Einer davon ist meine Familie, die fast täglich abwechselnd für meine Verzweiflung, aber auch für Erheiterung und Inspiration sorgt.

Ohne die Erfahrung eines ironischen, selbstkritischen und humorvollen Umgangs, der sich über die Jahre bei uns etabliert hat, wäre mein Buch sicher ernster ausgefallen. Leider konnte ich nur einen Bruchteil dieser Perlen direkt verwenden. Daher möchte ich einige ausgewählte Szenen in Form kleiner Dialoge hier präsentieren.

Die Beteiligten sind mit ihren Spitznamen vertreten: Kaba, Opi und Xe, bei der zum besseren Verständnis der Lage in Klammern das Alter angegeben wird.

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Kaba: "Was ist das Gegenteil von Dummkopf?"

Opi: "Schlaufuß."

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Kaba bittet Xe (13) zum wiederholten Male darum, leise zu sein. Xe ist unzufrieden und beschwert sich: "Du hättest wohl gern einen Regenwurm als Tochter. Die sind schön still, helfen im Garten..."

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Konstanten

Opi sinniert über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen: "Frauen wollen von ihren Männern, daß sie Dinge wie deren Geburtstage, Hochzeitstage und runde Daten kennen. Aber Dinge wie zum Beispiel die Ruhemasse des Elektrons oder die Erdbeschleunigung interessieren sie nicht. Das sind aber auch sehr wichtige Konstanten! Ich verstehe das nicht.

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Xe (13) bei Tisch hält die Katze auf dem Schoß und beschwert sich: "Diese Katze! Versucht dauernd ihre Mundwimpern in mein Essen einzusenken! Wie heißen sie noch mal richtig?... Schnurrhaare!"

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Mist

Kaba lernt Englisch und schlägt das Wort "mist" nach. Daraufhin fällt ihr ein: "Die Engländer haben das Wort bestimmt von den Deutschen übernommen. Die Deutschen besuchten England, schauten aus dem Fenster, sahen den typischen Nebel und sagten: 'Mist!'"

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Xe (13) tut Kaba einen Gefallen und reagiert auf ein "Danke!" von ihr folgendermaßen: "Ich bin so nett, ich weiß! Und so selbstlos!"

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Kaba arbeitet an ihrem Buch und sucht nach der Bezeichnung für ein Phänomen, das sie Opi gegenüber folgendermaßen beschreibt: "Wie heißt die Bewegung der Erde, wenn sie sich einmal um sich selbst dreht?"

Opi: "Tag!"

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Kaba erzählt Xe (12) von einem Artikel, der über die aktuelle Situation in den USA (Kredit- und Finanzkrise 2007++) berichtet. Dabei fallen die Worte: "Viele Amerikaner, wenn sie ihren Job verlieren, haben nicht einmal genug Rücklagen, um die Zeit bis zum nächsten Monat zu überbrücken. Ihre Kredite werden nicht bedient, und das setzt den Domino-Effekt in Gang.

Daraufhin Xe: "Die Amerikaner sollten mehr Brücken bauen."

Kaba staunt: "Warum?"

Xe: "Na, damit mehr Leute unter den Brücken leben können. Das nennt man dann 'überbrücken'!"

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Kaba irrt am frühen Morgen ziellos herum und fragt sich dann rhetorisch: "Wieso renne ich nur ständig in die Küche, wenn ich eigentlich die ganze Zeit den Rechner einschalten will?"

Opi: "Du folgst deiner genetischen Bestimmung!"

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Nordbadisch

Opi: "Wußtest du, daß der US-Bundesstaat Ohio von den Nordbadenern gegründet wurde?"

Kaba: "Nein, aber wenn du es sagst..."

Opi: "Es war nämlich so... Da ging eine Karawane deutscher Auswanderer durch das Land und hatte plötzlich die Seen gesehen. 'Oh!', sagte der einer. Und der andere: 'Hajo'."

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Xe (12) hat eine Idee: "Mit den Süßigkeiten könnte man es eigentlich so machen: Einmal essen und sich dann beliebig oft an den Geschmack erinnern. Dann braucht man keine Süßigkeiten mehr zu essen. Nur würde mir dann Mars böse sein und auch Haribo."

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Opi wendet sich liebevoll an eine Katze, die ihn schon den ganzen Tag genervt hat: "Na, leben wir in Symbiose oder bist du doch ein Parasit?"

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Opis Offenbarung

1 Ich sah ein Reck vor mir. Bald erschien ein Engel, und ließ alle Bürger einen Feldaufschwung auf dem Reck machen. 2 Diejenigen, die es nicht schafften, mußten durch die blaue Tür gehen. Und diejenigen, die es schafften, gingen durch die rote Tür. 3 Diejenigen, die durch die blaue Tür gegangen waren, gelangten in eine wunderbare Welt voller Computer und durften programmieren. Und diejenigen, die durch die rote Tür gegangen sind, gelangten in eine Welt voller Recks und durften weiter Klimmzüge machen. 4 Und die Recks in der roten Welt ließen sich durch Computerprogramme aus der blauen Welt steuern.

Letzte Kommentare

hab das buch am wochenende durchgelesen - bin sehr beeindruckt! wunderbare wort- und bildgewaltige und vor allem aufgrund der überraschenden wendungen fesselnde geschichte ist dir gelungen, für bestes 'kino im kopf'!
Ein geistreiches Buch. Ich habe an vielen Stellen laut gelacht. Globis Ausdrucksweise mit ihrem einmalig trockenen Humor ist einfach herrlich!
Eine schöne Geschichte mit Bezügen zum modernen Geldsystem

Ein paar Zitate

Durch nichts auf der Welt ließe ich mich von dieser Flüssigkeit abbringen, die in sich all die wunderbaren Attribute vereinte, die einen glücklich machen: magisch, dunkel, geheimnisvoll, berauschend...
Thüringer Trolle sind von Natur aus so träge und steif, daß das Wort "bücken" in ihrem Wortschatz fehlt.
Herb lebte in einer dieser herrlichen, nostalgisch anmutenden Jugendstil-Villen am Fuße des Gaisbergs, bei deren Anblick man sich oft fragt, wie es wohl sein mag, darin zu wohnen, und was man verkaufen müßte, um sich das zu leisten...
Das Leben ist ein einziges Geben und Beschissenwerden.
Sie standen da wie eine Menschenschlange vor einer bankrotten Bank, voller Unmut über ihre Lage, unfähig, etwas dagegen zu unternehmen, und noch immer gefangen in unbeirrbarer Hoffnung, daß jemand, der es besser weiß, es zu ihrem Wohl richten wird.
Ich habe mich oft gefragt, welcher Natur die Beziehung meines Volkes zu den Trollen war: Lebten unsere zwei Völker in Symbiose, oder war eins davon ein Parasit?